25.01.12
Über uns
Zuletzt aktualisiert am 25.01.12
Geschrieben von: Administrator
Der Verein Rollschuh Paradies Berlin bietet neben den sportlichen Aspekten, der Freude an Bewegung und der Förderung der Gesundheit auch Werte wie Fairness und Toleranz. Rollkunstlauf fördert der harmonischen Körperkoordination, allgemeine Motorik, ganzheitlichen Muskulaturaufbau, Körperbewusstsein, Gehör und räumliche Wahrnehmung.
Die Gründungsmitglieder 1979

Die Geschichte des RollkunstlaufensDas schwirrende Geräusch von Millionen von Plastikrollen ist Wirklichkeit geworden durch den alten
Traum der Menschen, schneller laufen zu können als auf Schuhsohlen. Rollschuhe ermöglichen ihren
Trägern nicht nur schnell über glatte Bahnen hin wegzurollen, sondern auch Sprünge und Figuren
vorzuführen, wie sie bislang nur vom Eiskunstlauf bekannt waren. Beide Sportarten – Eissport und
Rollsport im Allgemeinen, Eiskunstlauf und Rollkunstlauf im Besonderen – sind so eng miteinander
verwandt, dass mancher Sportler beides ausübt, wenn er im Winter auf Schlittschuhen und im Sommer
auf Rollschuhen steht. Wahrscheinlich lässt sich die Erfindung des Rollschuhs nur so verstehen, dass
Schlittschuhläufer auch dann auf ihre sportliche Betätigung nicht verzichten wollten, wenn der Winter
sich verabschiedet hatte und das Eis geschmolzen war. Viele tüchtige Mechaniker, die sich dem Ziel
verschrieben hatten, im Sommer ebenso leicht wie im Winter auf den längst bekannten Schlittschuhen
dahin gleiten zu können, ruhten nicht eher, bis sie den Schuh auf Rädern konstruiert und erprobt hatten.
Im Folgenden erfährst du die Die Geschichte des Rollkunstlaufens.
1770:
Der offizielle Verdienst, das erste Paar Rollschuhe entwickelt zu haben, geht an den Belgier
Joseph Merlin, einen Mechaniker und Instrumentenbauer. Im Jahre 1770 schrieb eine Zeitung
in London über ihn und seine Rollschuhe:
„Eine seiner genialen Neuentwicklungen war ein Paar Schuhe, die auf kleinen Metallrädern
laufen sollten. Ausgerüstet mit diesen Rollschuhen und einer Violine mischte er sich unter das
bunte Treiben auf einem Maskenball. Da er nicht in der Lage war, seine Geschwindigkeit und
die Richtung zu beeinflussen, fuhr er gegen einen Spiegel, der mehr als 500 Pfund wert war,
zerschmetterte ihn, zerbrach sein Instrument und wurde ernsthaft verletzt.“ Nach diesem Fiasko
wurde es still um die Rollschuhe, bis…
1790:
der Pariser Vanlede einen Schuh auf Rädern erfand, den er „patin-á-terre“ nannte.
1815:
Patenteintragung für Rollschuhe durch den Franzosen Jean Garcin.
1818:
In diesem Jahr war der Rollschuh so ausgereift, dass der Komponist Meyerbeer in seiner heute
längst vergessenen Oper „Der Maler und das Wintervergnügen“ ein Rollschuhballett auftreten
lassen konnte. Für das Stück wurden eigentlich Schlittschuhe benötigt, doch da man auf der
Bühne kein Eis produzieren konnte, wurden Rollschuhe verwandt.
1819:
Patenteintragung für Rollschuhe durch den Franzosen M. Petibled.
1823:
Patenteintragung durch den Engländer Robert John Tyerin. Sein „Volito“ wurde im britischen
Patentamt als „ ein Apparat, der zum Reisen oder zu Spaß an Stiefeln, Schuhen oder an
anderen Fußbekleidungen befestigt wird“ beschrieben. Der „Volito“ bestand aus fünf gerade
aneinander gereihten Rädern, begeisterte die Öffentlichkeit und war ein voller Erfolg. Doch
es brauchte weitere 20 Jahre, bis das Rollschuhlaufen zu einem phänomenalen Erfolg wurde.
1825:
Patenteintragung für Rollschuhe durch den Wiener Uhrmacher Anton Löhner.
1840:
Die Deutschen machten die Rollschuhe als erste wirklich bekannt. 1840 wurden in der Nähe
von Berlin, in einer Bierkneipe namens „Corse Halle“ durstige Gäste von hübschen, jungen
Mädchen auf Rollschuhen bedient. Diese Neuheit zog international viel Aufmerksamkeit auf
sich, und wurde dann von den Amerikanern kopiert und in ihre Schnell-Imbiss ketten übernommen.
1857:
In diesem Jahr wurden in London in der „Flora Hall“ und in „The Strand“ die ersten öffentlichen
Rollschuhbahnen eröffnet. Bald waren schon andere Schuhtypen erhältlich, mit Reihen von
Gummi- oder Metallrädern an den Seiten der Schuhe.
1863:
Ein Amerikaner namens James Leonard Plimton befestigte die Rollen an Federn. Plimtons Schuh
hatte zudem zwei parallele Reihen von Rollen, die aus Buchsbaumholz gemacht wurden, ein Paar
unter dem Fußballen und eins unter der Ferse. Dieser Schuh war so weit entwickelt, wie keiner
zu vor. Man konnte mit ihm sanfte Kurven fahren und war somit allen anderen Schuhen überlegen.
1867:
In Cincinatti wird die erste amerikanische Rollschuhbahn eröffnet. Die USA sicherten sich einen
Vorsprung in diesem Bereich und sind heute das Land mit den meisten Rollsporthallen bzw.- bahnen.
Bald wurden die Rollschuhbahnen zu beliebten, sozialen Treffpunkten.
1876:
Neun Jahre später baute eine englische Firma auf deutschem Boden die erste Rollschuhbahn in der
Berliner Hasenheide. Ein Boom im Bau von Rollsportbahnen setzte ein. Rollschuhlaufen war vor der
Jahrhundertwende kein Sport sondern ein gesellschaftliches Vergnügen, dem sich vornehmlich die
aristokratische und diplomatische Welt hingab. In Berlin hatte sich bereits 1876 ein exklusiver Club
gebildet, in dem ein Herzog von Ratibor den Vorsitz führte und der seinen Mitgliedern einen Jahresbeitrag
von 30 Goldmark abverlangte, für damalige Verhältnisse viel Geld. Auf der Bahn wetteiferte der britische
Botschafter Lord Russell mit dem österreichischen und französischen Botschafter sowie mit dem
Gesandten Portugals, Schwedens, Dänemarks und der USA. Schon bald wurde Polo auf Rollschuhen
gespielt und es fanden Rollschuhrennen statt.
Doch durch das Aufkommen des Fahrrades um 1890 wurde das öffentliche Interesse von den Rollschuhen
abgelenkt und verschwand für die nächste Dekade des Jahrhunderts.
1884:
Das Kugellager setzt sich in den USA bei der Rollschuhfabrikation durch.
1895:
Das Kugellager setzt sich in Deutschland bei der Rollschuhfabrikation durch. Damals – in Deutschland waren
schon 50 Bahnen in Betrieb – rollten die Rollschuhe durch die Kugellager schon viel leichter als zu Zeiten Merlins.
1900:
Zur Jahrhundertwende sang jedermann in Berlin den Paul-Lincke-Schlager „Roll, Mädel roll…“.
1909:
In der Frankfurter Festhalle entsteht die bis dahin größte Rollschuhbahn der Welt.
1911:
Der Bund Deutscher Rollschuhvereine unter seinem Vorsitzenden Otto Lüders veranstaltet die erste deutsche
Kunstlauf-Meisterschaft, die vom 4.-6. Juni 1911 in Stuttgart ausgetragen wird. Schon damals gab es Pflichtfiguren
wie Bogenachter, Dreier und Wenden. Der Rollkunstlauf trat einen weltweiten Siegeszug an.
1924:
In Montreux wird am 22. April 1924 der internationale Rollsportverband „Fédération Internationale de Patinage á
Roulettes“ (FIPR) gegründet, der seinen Namen 1947 in „Fédération Internationale de Roller Skating“ (FIRS) änderte.
1929:
Adolf Walker und Willi Pfister führen das Präzisionskugellager ein. Walker, der 1919 erstmals Deutscher Meister
geworden war, lief dann auch die ersten Schlingenfiguren.
1997:
Gründung des Rollschuh Paradies Berlin e.V. in Schöneberg.
1998:
Im Jugend und Kulturzentrum „Die weiße Rose“ veranstaltet das RollschuhParadies das erste Berliner
Rollschuhmusical an dem 70 Rollschuhläufer im Alter von 4 bis 60 Jahren teilnehmen. Das Musical fand
auf 2 Ebenen statt, die durch Rampen miteinander verbunden waren. Dadurch wurden die Zuschauer direkt
mit hinein in das Geschehen genommen. Seit dieser Zeit gibt es unsere jährlichen Benefiz-Rollschuhschaulaufen.
Du siehst, dass das Rad am Schuh, der „Rollschuh“, eine lange Reise von den abenteuerlichen Bemühungen
Merlins bis hin zu den heute verfügbaren Rollschuhen durchmachte. Das Rollschuhschaulaufen wurde immer
mehr dem ähnlich, wie es sich der ursprüngliche Erfinder schon vor über 230 Jahren vorgestellt hatte.
Quellen: Die Geschichte des Rollschuhlaufens von Rolf Noess
Geschichte in Zahlen von driv-rollkunstlauf Archiv
Rollkunstlauf im Wandel der Zeit
von Michael Huhndorf
und Maik Purrmann